Bericht Hörspaziergang

Am 28.03.2026 trafen sich 12 CI-Träger/innen und Hörende aus der Selbsthilfegruppe Bremen in der Innenstadt beim Wahrzeichen der Stadt, dem Denkmal Roland von Bremen auf dem Marktplatz.

Den Hörspaziergang haben der Audiotherapeut Jörn Paland und der bekannte Architekt Ulrich Tilgner, der ebenfalls ein CI trägt, organisiert und durchgeführt.

Durch eine Startschwierigkeit, weil sich ein Teilnehmer verspätete, wurde die Zeit mit einem kleinen Hörtest überbrückt.

Jörn Paland reichte ein Blatt Papier herum, welches jeder Teilnehmer in Ruhe weiterreichen und dabei auf die Geräusche achten sollte. Es gab verblüffende Ergebnisse: Einige Teilnehmer achteten auf umgebende Geräusche, z. B. die Straßenbahn, andere konzentrierten sich dagegen auf das Papier.

Heiter ging dann die Gruppe vollständig zum 10 Meter entfernten ersten Haltepunkt – dem Hanseatenkreuz. Das Hanseatenkreuz ist mittig auf dem Marktplatz gepflastert. Dort erfuhr die Gruppe von Ulrich Tilgner etwas über die Historie und Bebauung des Hanseatenkreuzes sowie der umgebenden Gebäude: der Bremer Bürgerschaft (dem Parlament), des Schüttings (der Handelskammer), einer Reihe älterer Giebelhäuser und des Rathauses.

Durch Händeklatschen führte Ulrich Tilgner uns die Akustik des umbauten Marktplatzes vor. Die Gruppe hörte ein Echo von allen Seiten, was sehr beeindruckend war.

Zum Haltepunkt Nummer zwei, dem Himmelsaal, ging es zum Haus Atlantis in der Böttcherstraße 2, welcher nur durch den Eingang des Radisson Blue Hotels in der Wachtstraße zu erreichen ist.

Über eine architektonisch außergewöhnliche Wendeltreppe aus Beton und Glasbauelementen ging es drei Etagen hinauf in den Himmelsaal. Der Himmelsaal wurde 1930/1931 vom Architekten Bernhard Hoetger entworfen. Das Dach ist eine halbrunde Stahlkonstruktion mit blauen und weißen Glasbausteinen und eine wahre Augenweide.

Die Akustik ist teils/teils: Durch die Glasbausteine in der Krümmung gibt es Stellen im Raum, die relativ stark hallen, und nur drei bis vier Meter daneben ist die Akustik hervorragend. Es kommt also darauf an, wo man steht.

Der Saal ist nicht öffentlich zugänglich und wird nur für verschiedene Veranstaltungen, z. B. Konzerte, Vorträge oder private Feiern, genutzt.

Anschließend spazierte die Gruppe zum Ehrenmal Altmannshöhe in die Wallanlagen oberhalb des Weserufers und des Goethe-Theaters. Für die Gruppe gab es die Möglichkeit, das ansonsten verschlossene Ehrenmal zu besichtigen.

Es wurde den gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs gewidmet und erst in den dreißiger Jahren errichtet. Das Denkmal besteht aus einer ovalen Ringmauer, die auf der Innenseite mit rund 10.000 Namenssteinen aus Klinker verblendet ist.

Entlang der Innenseite der Ringmauer führte die Gruppe verschiedene Hörexperimente durch, z. B. wie sich gesprochene Worte durch Schallwellen entlang der Mauer anhören.

Es war ein kurzweiliger und informativer Hörspaziergang, den alle sehr genossen haben.

Ein herzliches Dankeschön an Jörn Paland und Ulrich Tilgner.

Bericht:  Fr. Siggi Magura, SHG Bremen