6. 9. 26, ein besonderes Datum
Die CI-Selbsthilfegruppe Bremen leistet ja so einiges, neben den regelmäßigen Treffen wird auch u. a. von engagierten Mitgliedern ab und zu ein Ausflug organisiert. Dieser führte uns nach Lübberstedt,
Die CI-Selbsthilfegruppe Bremen leistet ja so einiges, neben den regelmäßigen Treffen wird auch u. a. von engagierten Mitgliedern ab und zu ein Ausflug organisiert. Dieser führte uns nach Lübberstedt, zwischen Bremerhaven und Bremen-Nord.
Dort gibt es die Lw. 2/XI, eine Abkürzung für Lufthauptmunitionsanstalt MUNA Lübberstedt. Dort wurden im 2. Weltkrieg ab 1941 Munition und Fallschirme hergestellt von Fremdarbeiter zunächst, dann von Gefangenen und Zwangsarbeiter aus dem Osten, aber auch KZ-Häftlingen – vornehmlich Frauen – aus den KZ in Ungarn, die über Auschwitz nach Lübberstedt in Viehwagons verladen wurden. Dort wurden sie beschäftigt mit der Herstellung von Fallschirmen z. B. für Seeminen in dem noch existenten Fallschirmhaus, was wir besichtigen konnten. Praktischerweise war dieses Haus mit einem Bahnanschluss versorgt, so war die Logistik gesichert. Die Munition wurde von Frauen produziert, eine sehr gesundheitsschädliche Aufgabe.
Unsere Gruppe wurde geführt durch Petra, die sich im Arbeitskreis Muna Lübberstedt engagiert. Das riesige Waldgebiet ist eingezäunt und nur mit dem Arbeitskreis oder dem zuständigen Bundesförster darf das Gelände betreten werden. Die Natur entwickelt dort ihre Kraft, es sind aber noch etliche Einrichtungen zu sehen, Verwaltungsgebäude – riesig, viele Bahngleise, das Südtor, hinter dem das Lager für die Zwangsarbeiter lag, die mit Jutekleidung und Holzpantinen bekleidet der Winterkälte ausgesetzt waren und die Bunker, die als Lagerstätte für die Munition dienten.
Der Ausflug fand unter dem Motto statt, wie es wohl gehörlosen Menschen in diesem Gefangenenlager ergangen ist. Dazu wurde uns die Geschichte des Muna erzählt, auch in Gebärdensprache, wir Zuschauer haben das dann mitgemacht, beeindruckend.
In einem der Munitionsbunker, der noch erhalten ist, haben wir dann in der Dunkelheit die CI abgelegt, bzw. die Ohren verstopft, ein beeindruckendes Erlebnis, so haben sich die Gefangenen gefühlt, nicht nur vorübergehend, sondern immer!
Vor dem Munitionsbunker wurden dann an unser Wohl gedacht, wir stellten Bänke auf und verzehrten unsern Proviant, die Sonne schien durch die Blätter, das tat sehr gut.
Es war ein sehr interessanter Tag, abends kam dann das Ergebnis von Sachsen-Anhalt, wehret den Anfängen!
Edith Höpner, SHG- Bremen


